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Ratternd und
quietschend fährt der Schwebebahnzug Nr. 7 in den Bahnhof ein. Menschen
strömen in den Wagen. Irritiert und überrascht, aber nicht ohne Neugierde und
Interesse bleiben sie stehen. Direkt hinter dem Fahrer befindet sich ein
Rednerpult. Gutgelaunt lädt der vortragende Prof. Dr. Volkmar Wittmütz die
Zusteigenden zum Verweilen und Zuhören ein. Der Professor für
Regionalgeschichte redet über die Gründungsgeschichte Wuppertals. Ein
ungewohntes Bild – die schwebende Vorlesung.
Wie passen Uni
und das beliebteste Verkehrsmittel Wuppertals zusammen?
"Wissenschaft
schwebt durch die Stadt", heißt das gemeinsame Projekt der Bergischen
Universität und der Wuppertaler Stadtwerke. Im Rahmen von "Wuppertal 24h live"
präsentieren Professoren und Wissenschaftliche Mitarbeiter acht Stunden ihr
Wissen zu Wuppertaler Themen.
Für jeden ist
etwas dabei: Prof. Dr. Peter Wiesen analysiert die Wuppertaler Luftqualität,
Dr. Stefan Neumann berichtet passend zur Premiere im Schauspielhaus über
Else-Lasker-Schüler und ihr Stück "Die Wupper". Den ältesten Wuppertaler sucht
Prof. Dr. Eckhard Freise in seinem Vortrag, während Prof. Dr.-Ing. Matthias
Pulsfort das Fundament der Schwebebahn näher beleuchtet.
Der Zug ist
vollbesetzt, trotzdem herrscht angespannte Ruhe im vorderen Abteil.
Kindergeschrei, ein Handy klingelt – all das gehört zum gewöhnlichen
Regelverkehr der Schwebebahn. Der Stimmung schadet es nicht. Die Fahrgäste
nutzen die Gelegenheit und fühlen den Rednern auf den Zahn. Es wird
diskutiert, Zwiegespräche entstehen. Belehrende Worte findet ein alter Herr
aus der ersten Reihe. Als Elberfelder weiß er alles über seine Stadt.
Noch nie war die
Uni vom Grifflenberg den Wuppertalern so sehr im Bewusstsein wie heute im
luftigen Hörsaal zwischen Vohwinkel und Oberbarmen. Andrang herrscht auch an
den Schwebebahnhaltestellen Döppersberg und Alter Markt. Präsentationen der
Schwebebahn sind ausgestellt. Ein kleines Mädchen ist fasziniert vom
Schwebebahnmodell, das dank Supraleitung auch stromlos funktioniert. Sie
weicht dem Physiker Prof. Dr. Burckhard Mönter und seinen Mitarbeitern nicht
mehr von der Seite. Die Uni ist greifbar. Das Experiment der schwebenden
Wissenschaft ist gelungen.
MIRJA SCHRÖDER |