WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 16 - Januar/Februar 2002

Namen sind Nachrichten

- Professor Dr.-Ing. Dr. Mihai Nadin
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Professor Dr. Lambert T. Koch
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Professor Dr. Eduard W. Kleber
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Bärbel Bertrand
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Professor Dr. Othmar Stelzer
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Professor Dr. Hans Sundermann
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Professor Dr. Manfred Brusten
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Professor Dr. Heinz Rölleke

Professor Dr.-Ing. Dr. MIHAI NADIN, der im Fachbereich Design-Kunst-Musik-Druck das Fachgebiet Computational Design vertritt, ist Herausgeber einer im Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren erscheinenden Reihe "Digitale Horizonte", die sich thematisch auf die Interaktion zwischen Benutzen und die neuen Maschinen konzentrieren soll. Kommunikationsaspekte menschlicher Tätigkeiten sollen besprochen werden, die Netzwerke in Anspruch nehmen, die auf Visualisierung basieren, die multimedial sind.

Prof. Dr. Nadin: "Das Digitale ist Teil unseres Lebens geworden. Das soll aber nicht heißen, dass jeder Benutzer die Technologie bis in alle Einzelheiten beherrschen muss. Eigentlich sollte es so sein, dass der Umgang mit digitalen Maschinen so natürlich wie möglich stattfinden soll. Um das zu ermöglichen, müssen wir uns von der Technologie befreien und natürliche Formen der Interaktion zwischen Benutzer und Technologie ermöglichen."

Autoren, die aus unterschiedlichsten Disziplinen kommen, wie z.B. Kognitionswissenschaften, Ästhetik, künstliche Intelligenz, Informatik, haben die Möglichkeit, Erfahrungen weiterzugeben, die zu einer einfacheren und effektiveren Kommunikation zwischen Menschen und zwischen Menschen und Maschinen im digitalen Zeitalter führen soll. Als Autor des ersten Bandes in der Reihe hat sich STEFFEN KLEIN bekannt gemacht als ein ausgebildeter Designer, der sich vorgenommen hat, Gestaltung und Wahrnehmung elektronischer Medien zum Hauptthema seiner Forschung zu machen. Er studierte Industrial Design in Wuppertal und später computerbasiertes Design an der Design-Schule in Halle. Nach einem Jahr Lehrtätigkeit in Taiwan, ein Programm, das durch den Studiengang Industrial Design der Uni Wuppertal zustande kam, begann er seine Tätigkeit in der Forschungsabteilung von DaimlerChrysler in Berlin). 2000 promovierte er bei Prof. Dr. Nadin in Wuppertal.


Professor LAMBERT T. KOCH, der im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft das Fach Unternehmensgründung und Wirtschaftsentwicklung vertritt und zuglich beim Gründerprojekt bizeps verantwortlich mitwirkt, ist in das Präsidium des Förderkreises Gründungs-Forschung e.V. (FGF) gewählt worden. Der FGF, 1987 in Berlin gegründet, ist die namhafteste wissenschaftliche Vereinigung im Bereich "Entrepreneurship research" im deutschsprachigen Raum. Schirmherrin des FGF ist die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Margarete Wolff. Vereinszweck ist die "Förderung von Forschung, Lehre und Transfer zur Thematik der Unternehmensgründung". Der FGF versteht sich als Netzwerkknoten und nimmt von daher eine zentrale sowie koordinierende Rolle im Bereich der Entrepreneurship-Forschung und -Lehre ein.

Im November hielt sich Prof. Dr. Koch als Gastprofessor am Institut für Innovationsmanagement und Unternehmensgründung an der Universität Klagenfurt in Österreich auf. Sein Angebot umfasste Lehrveranstaltungen zum Thema "Entrepreneurship und evolutorische Wirtschaftsentwicklung".

www.wiwi.uni-wuppertal.de/koch/
www.wiwi.uni-wuppertal.de/brauk/
www.fgf-ev.de


Professor Dr. EDUARD W. KLEBER, Pädagoge im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Bergischen Universität, ist emeritiert worden. Seit 1981, also über 20 Jahre, vertrat Prof. Dr. Kleber das Fachgebiet "Allgemeine Didaktik und vergleichende Erziehungswissenschaft".

Verabschiedung nach 20 Jahren an der Bergischen Universität und zuletzt sechs Jahren als Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften (v.l.n.r.): Walter Thomann, Prof. Dr. Bernhard Verbeek, Dortmund, Prof. Dr. Eduard W. Kleber, Rektor Prof. Dr. Volker Ronge, Prof. Dr. Jörg Ruhloff, Dekan Prof. Dr. Horst Hübner.

Pädagogik und Psychologie seien zwei Bereiche gewesen, die ihm auf den Leib geschrieben waren und die er immer miteinander habe verbinden können, sagte Dekan Professor Dr. HORST HÜBNER in einer Laudatio auf den scheidenden Kollegen: Nach seinem Studium war Kleber zunächst als Lehrer an Grund-, Haupt- und Sonderschulen tätig, bevor er sich Anfang der 70er Jahre einer wissenschaftlichen Laufbahn zuwandte, zunächst als Dozent für Sonderpädagogik und Psychologie der Behinderten in Kiel, dann als Professor für Entwicklungs- und Differentielle Psychologie in Saarbrücken und ab 1973 bis zu seiner Berufung an die Bergische Universität als Professor für Psychologie der Behinderten und Lernbehindertenpädagogik in Hamburg.

Neben mehrfach aufgelegten und fortgeschriebenen Standardwerken und Beiträgen zur Diagnostik, zur Beratung und integrativen Pädagogik kamen in den 80er Jahren die Darlegung einer ökologischen Erziehungswissenschaft und in den 90er Jahren mehrere Bücher zur Umweltbildung hinzu.

Größere Projekte u.a. im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein, für die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung (BLK) und von Seiten der Volkswagenstiftung, internationale Kooperationen und verschiedene Institutsleitungen markieren sein reichhaltiges wissenschaftliches Lebenswerk.

In den vergangenen sechs Jahren nahm Prof. Dr. Kleber eine "Bürde" auf sich, die ihm neben vielen freudigen und stärkenden Erfahrungen auch manche Last und bisweilen auch Ärger bereitet hat, wie sein Nachfolger Prof. Dr. Hübner anmerkte: Er ließ sich zum Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften wählen und blieb in diesem Amt sechs Jahre lang bis zu seiner Emeritierung.

Der Fachbereich Erziehungswissenschaften ehrte Prof. Dr. Kleber anlässlich seiner Emeritierung mit einem wissenschaftlichen Symposium.



hinten v.l.n.r: Dr. Klaus Peters, Prof. Dr. Volker Ronge, Prof. Dr. Siegried Maser, vorn das Ehepaar Bertrand

BÄRBEL BERTRAND, langjährige Chefsekretärin im Rektorbüro der Bergischen Universität, hat die Hochschule nach zwanzigjähriger Tätigkeit verlassen und ist in den Ruhestand getreten. Nach ihrem Wechsel aus der Industrie (damals AKZO) an die Uni hat sie alle fünf bisherigen Rektoren der Bergischen Universität erlebt, von Gründungsrektor Professor Dr. RAINER GRUENTER (gest. 1993) über Professor Dr. JOSEF M. HÄUSSLING, Professor Dr. Dr. h.c. SIEGFRIED MASER, Professor Dr. Dr. h.c. ERICH HÖDL bis zum heutigen Rektor Professor Dr. VOLKER RONGE, der sie mit einer einfühlsamen Rede entließ: Sie habe stets einen Weg gefunden, sich dem Wechsel der Persönlichkeiten an der Spitze der Universität anzupassen, um ihrer Arbeit voll gerecht zu werden.

Ihrer Einladung in den Senatssaal zum Ausstand folgten viele Weggefährten, darunter Altrektor Prof. Dr. Maser, Altkanzler Dr. KLAUS PETERS, die Ehrenbürger GUSTAV ADOLF und STELLA BAUM sowie viele langjährige Kolleginnen und Kollegen.

Bärbel Bertrand verabschiedete sich mit einer persönlichen Dokumentensammlung, die für das Hochschularchiv eine ganz besondere Bereicherung sein dürfte: Sämtliche Terminkalender und Adressbücher, ein dickes Paket aus ihrer Vorzimmertätigkeit, übergab sie zu treuen Händen.

Ihre Nachfolgerin wurde ULRIKE THIEMANN, bisher im Büro der Prorektoren tätig.



Professor Dr. Othmar Stelzer

Der Wuppertaler Chemiker Professor Dr. OTHMAR STELZER ist im Alter von erst 61 Jahren überraschend gestorben. Prof. Dr. Stelzer vertrat im Fachbereich Chemie der Bergischen Universität das Fachgebiet Anorganische Chemie. Der im Kreis Dinkelsbühl (Mittelfranken) geborene Stelzer studierte Chemie in Würzburg, wo er auch 1969 promovierte. Von 1970 bis 1978 war er dann Wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Braunschweig, bevor er 1978 an die Bergische Universität berufen wurde.

In einem von Rektor Prof. Dr. VOLKER RONGE und Dekan Prof. Dr. REINT EUJEN unterzeichneten Nachruf auf den Verstorbenen heißt es: "Wir haben einen hochmotivierten akademischen Lehrer und einen engagierten Kollegen verloren, dem Studenten und Mitarbeiter über alles am Herzen lagen." Er habe sich stets selbstlos für die Universität und seinen Fachbereich Chemie eingesetzt. Prof. Dr. Othmar Stelzer wird am Freitag, 1. Februar 2002 in seiner Wahlheimat Wuppertal-Cronenberg beigesetzt.
 


Der Biologe Professor Dr. HANS SUNDERMANN ist nach langer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben. Der gebürtige Detmolder studierte in Mainz, war dort nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen Wissenschaftlicher Assistent am Chemischen Institut, promovierte 1953 und wechselte dann zur Bayer AG, bevor er nach dem Referendariat in Remscheid und Wuppertal als Studienrat zunächst am damaligen Neusprachlichen Gymnasium Aue in Elberfeld und anschließend am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium tätig war.

Seit 1963 leitete er zunächst ehrenamtlich, ab 1966 hauptamtlich als Direktor das Naturwissenschaftliche und Stadthistorische Museum, später Fuhlrott-Museum. 1967 wurde Dr. Sundermann Ordentlicher Professor für Didaktik der Biologie an der damaligen Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Wuppertal. Nach Integration der PH in die Bergische Universität 1972 wirkte Prof. Dr. Sundermann im Fachbereich Chemie bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990. Für seine Verdienste um die Orchideenforschung wurde er 1985 mit dem Rheinlandtaler und 1986 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

In ihrem Nachruf würdigen Rektor Prof. Dr. Volker Ronge und Dekan Prof. Dr. Reint Eujen die großen Verdienste des Verstorbenen beim Aufbau des Fachbereichs Naturwissenschaften II der Bergischen Universität. Über sein universitäres Wirken hinaus habe sich der engagierte Hochschullehrer Prof. Dr. Sundermann in der Orchideenforschung sowie im Naturschutz breite Anerkennung erworben.
 



Professor Dr. Manfred Brusten, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Professor Dr. MANFRED BRUSTEN, Soziologe im Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, ist als ordentliches Mitglied in den Senat des Berufsverbandes Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS) gewählt worden. Der aus 25 Personen bestehende BDS-Senat bestimmt die Grundsätze der Verbandsarbeit, wählt den Vorstand des BDS und beschließt über den Haushalt des Verbandes. Die Mitglieder des BDS wählen alle zwei Jahre zwölf bzw. 13 Mitglieder ihres Senats für jeweils vier Jahre. Prof. Dr. Brusten ist einer breiteren Öffentlichkeit vor allem mit kriminologischen Themen und als Holocaust-Forscher bekannt geworden.
 


Professor Dr. HEINZ RÖLLEKE, Wuppertaler Literaturwissenschaftlicher, war aus Anlass seiner bevorstehenden Emeritierung an die Pariser Sorbonne eingeladen, wo er über das Thema "Mythologische Spuren in Grimms Märchen" referierte. Es war für ihn bereits die fünfte Einladung der renommierten französischen Universität.

Als Band 32 der Schriften der Brüder-Grimm-Gesellschaft ist kürzlich unter dem Titel "Aspekte der Romantik" ein Sammelband mit den Beiträgen eines Symposiums erschienen, das aus Anlass der Verleihung des Brüder-Grimm-Preises der Philipps-Universität Marburg an Prof. Dr. Rölleke 1999 stattgefunden hatte; Mitherausgeberin ist die Literaturwissenschaftlerin Professor Dr. JUTTA OSINSKI, die mit ihrer Laudatio auf ihren Wuppertaler Kollegen in dem Band vertreten ist.
 

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