WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 17 - April/Mai 2002


Schulphysik-Offensive

Schul-Pool bringt die Experimente gleich kofferweise mit:
Start war am Remscheider Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium

Physik gehört unter Schülerinnen und Schülern nicht unbedingt zu den beliebtesten Fächern - im Gegenteil wählen zwei Drittel aller Gymnasiasten Physik so bald wie möglich - vor Beginn der Oberstufe! - ab. Dabei ist Physik aber spannend wie ein Krimi, nur erfahren das Schüler viel zu selten so beeindruckend, dass es ihre Ängste und Vorurteile knackt. Spannende und überraschende Experimente, die eigentliche Grundlage für den Physikunterricht, sind häufig gestrichen, beispielsweise weil den Schulen einfach die Mittel fehlen. Kein Wunder, dass Schülerinnen und Schüler  den Unterricht dann langweilig, lebensfern und unverständlich finden. Jetzt starteten die Physiker der Bergischen Universität die Physik-Offensive Schul-POOL an den weiterführenden Schulen der Region. Am Remscheider Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium ging es los.

Start von Schul-POOL mit dem ersten Experiment im Remscheider Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (v.l.n.r.): Oberstudienrat Wolfgang Neuroth, Professor Dr. Jörn-Uwe Fischbach, Sprecher der Schulphysik-Offensive der Bergischen Universität, Nina Nakoinz, Philipp Sauer, Martin Raab, Johanna Czylok und eine weitere Schülerin.

Das Interesse an Physik und so auch die Schülerzahl der Grund- und Leistungskurse in Physik zu erhöhen, dies ist das Ziel der Schul-Physik-Offensive „Optimaler Lernerfolg“ (Schul-POOL), die sich der Fachbereich Physik der Bergischen Universität ausgedacht hat. Auf Anhieb beteiligen sich fünf Gymnasien aus der Region daran, in Remscheid das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.

Die Offensive hat zunächst einen zentral im Fachbereich Physik der Uni geführten Pool von besonders interessanten Versuchen und Schülerexperimenten geschaffen. Dieser Pool kann von den teilnehmenden Projektschulen gemeinsam - wie eine schuleigene Sammlung - abgerufen und genutzt werden. Die Universität betreut und wartet die Versuche, kümmert sich vor allem um die Finanzierung und entwickelt gemeinsam mit den Physiklehrern die dazugehörigen Lehreinheiten.

Vorerst noch „bestellt“ ein Lehrer sein Physik-Experiment telefonisch, demnächst wird er das im Internet genau so einfach ordern können, wie man sich per Mausklick den Bahnfahrplan oder eine Theaterkarte oder ein Buch bestellt. Pünktlich vor dem Unterricht wird das Equipment fertig vorbereitet im Koffer geliefert und kann so dann unmittelbar eingesetzt werden. Wo es erforderlich erscheint oder gewünscht wird, begleitet den Versuch ein Wissenschaftler der Universität und erläutert den Schülerinnen und Schülern, an welcher Stelle die beobachteten Phänomene in der modernen physikalischen Forschung wichtig sind.

Die Bergische Universität lässt sich Schul-POOL auch etwas kosten: 40 000 Euro stellte der Fachbereich Physik zur Verfügung, 8 500 Euro die Hochschulleitung. Damit konnten die ersten zwanzig Experimente finanziert werden. Außerdem hoffen die Initiatoren um den Physiker Professor Dr. Jörn-Uwe Fischbach  jetzt auf die Bewilligung eines Finanzierungsantrages durch die Robert-Bosch-Stiftung. Damit könnten weitere ca. fünfzig bis sechzig Experimente auf die Beine gestellt werden, die dann offensiv und kofferweise in die Schulen der Region versandt werden.

(aktualisiert 03.12.2013)
 

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