WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 17 - April/Mai 2002


Wissenschaft populär

Solinger Tageblatt, Remscheider General-Anzeiger und Uni
präsentieren wieder ein attraktives Vortragsprogramm

Professor Dr. Manfred Hassebrauck

Seit 16 Jahren erfolgreich in Remscheid, seit 13 in Solingen - gemeinsame Vortragsreihen der Bergischen Uni mit Remscheider General-Anzeiger und Solinger Tageblatt. Auch diesmal wieder: Ein hochattraktives Programm!

Der Sozialpsychologe Professor Dr. Manfred Hassebrauck hat das Thema Nr. Eins in den vergangenen Jahren zu seinem zentralen wissenschaftlichen Thema gemacht, die Liebe und alles, was dazugehört, vor allem, welche Rolle das Aussehen der Menschen, die „physische Attraktivität“, dabei spielt. „Warum wir aufeinander fliegen - Die Gesetze der Partnerwahl“ heißt sein neuestes Buch (gemeinsam mit seiner Assistentin Dipl.-Psych. Dr. Beate Küpper), das soeben im Rowohlt-Verlag erschienen ist. Die „körperliche Erscheinung“ und die berühmte Frage, ob Liebe blind macht, untersuchte er bei Jugendlichen und Erwachsenen. Aber auch die Kehrseite zwischenmenschlicher Anziehung hat Prof. Dr. Hassebrauck untersucht, soziale Isolation und Einsamkeit. Mit „Spieglein, Spieglein an der Wand - Bemerkungen zu Schönheit und Aussehen, Liebe und Sex“ eröffnete der 49jährige, seit 28 Jahren verheiratete Psychologe in Remscheid und Solingen die Vortragsreihen.

Stefanie Krivsky

Prof. Dr.
Harald Scheid

Mathe gilt als eher unpopulär - die Vortragsveranstaltungen am 6. Mai in Solingen und am 16. Mai in Remscheid zeig(t)en, dass der Umgang mit Zahlen im Gegenteil geradezu faszinierend ist, allemal im elektronischen Zeitalter. Kaum einer kann das besser darstellen als Professor Dr. Harald Scheid. Sein Job ist es, Mathe zu vermitteln, weshalb ihm Kollegen vor drei Jahren ein Buch widmeten: „Mathematikdidaktik aus Begeisterung für die Mathematik“. Dass die Festschrift im Ernst-Klett-Verlag erschien, war auch kein Zufall: Prof. Dr. Scheid hat dort an über 20 Schulbüchern für den Mathematikunterricht mitgearbeitet. Gemeinsam mit Stefanie Krivsky präsentiert er das von ihr entwickelte „Mathe-Prisma“ als multimediale Überraschung: Beim MEDIDA-PRIX der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V. hatte Stefanie Krivsky letztes Jahr (gemeinsam mit Dr. Benedikt Großer) mit ihrem MathePrisma unter 158 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingereichten Projekten den mit 100.000 Euro dotierten 1. Preis abräumen können! Die didaktische Beratung bei der Entwicklung des preisgekrönten Projekts hatte Prof. Dr. Scheid, ihr heutiger Doktorvater.

Stefanie Krivsky hat an der Bergischen Uni Mathematik studiert und ist als Promotionsstipendiatin Mitarbeiterin bei Professor Dr. Andreas Frommer im Fachbereich Mathematik, der selbst auch (1996) in Solingen und Remscheid mit „Faszinierende Welt der Supercomputer - Die Wissenschaft vom immer schnelleren Rechnen“ zu Gast war.

Professor Dr.-Ing. Jürgen Gerlach

Eine wissenschaftliche Bilderbuchkarriere kann man Professor Dr.-Ing. Jürgen Gerlach attestieren, der nach Abitur und Wehrdienst sein Studium des Bauingenieurwesens an der Bergischen Uni nach nur fünf Jahren als Diplom-Ingenieur mit Auszeichnung abschloss, als beratender Ingenieur bei einer Ingenieurgemeinschaft einstieg, wenig später Geschäftsführer wurde, 1995 mit „magna cum laude“ zum Dr.-Ing. promovierte und 1999 mit 36 Jahren - als Nachfolger seines Doktorvaters Professor Dr.-Ing. Martin Stolz - auf die Professur für Straßenverkehrsplanung/Straßenverkehrstechnik berufen wurde. „Verkehr, Lärm, Sicherheit“ - mit „Neuen Ideen für eine menschenfreundliche Stadt- und Verkehrsplanung“ will Prof. Dr.-Ing. Gerlach am 10. Juni in Solingen und am 13. Juni in Remscheid aufwarten.

Professor Dr. Lambert T. Koch

Den Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Lambert T. Koch darf man getrost als Shootingstar bezeichnen. Als letztes Jahr bei einem von F.A.Z., BMW und Deutscher Bank in Auftrag gegebenen Ranking zur Vermittlung von unternehmerischem Denken und Handeln an deutschen Unis Wuppertal den Vogel abschoss und mit Abstand den ersten Platz belegte, konnte sich das Prof. Dr. Koch mit an die Brust heften: bizeps, die „Bergisch-Märkische Initiative zur Förderung von Existenzgründungen, Projekten und Strukturen“ hatte sich in einem Bundes-Wettbewerb („EXIST“) unter 200 Konkurrenten durchgesetzt und unter der Federführung der Bergischen Uni ein Netzwerk geknüpft, zu dem auch Tageblatt und rga. gehören. 1999 wurde das Lehr- und Forschungsgebiet für Unternehmensgründung eingerichtet und mit dem 34 Jahre jungen Professor Dr. Lambert T. Koch besetzt. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Mainz und Würzburg, promovierte in Jena, habilitierte vier Jahre später und war nach einem weiteren halben Jahr einer der jüngsten Professoren der Bergischen Uni. Er beschließt die Reihe am 8. Juli in Solingen mit dem Thema „Unternehmerische Selbständigkeit - Über Gründungskultur, ein Politikum im Wandel der Zeit“.

Professor Dr.
Karl-Heinz Becks

Dipl.-Phys.
Peter Kind

Etwas ganz Besonderes aus der Welt der Naturwissenschaften präsentieren rga. und Uni zum Abschluss am 4. Juli: Die Experimentalphysiker Professor Dr. Karl-Heinz Becks und Dipl.-Phys. Peter Kind werden - thematisch aufgehängt an dem berühmten Foucaultschen Pendel - Physik als spannendste Sache der Welt darstellen. Mit dem Experiment, das der französische Physiker Léon Foucault 1851 einer staunenden Öffentlichkeit im Pariser Panthéon vorführte, demonstrierte er, dass die Erde sich um ihre Achse dreht und keineswegs vom Sternenhimmel umkreist wird. 1902, also vor 100 Jahren, wurde das berühmte Experiment erneut im Panthéon vorgeführt. Am 4. Juli wird das Pendel am Dach der Lenneper Klosterkirche aufgehängt... Prof. Dr. Becks, seit 1999 Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, gehört der Bergischen Uni schon seit 1973 an. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Elementarteilchenphysik und Anwendungen Wissensbasierter Systeme in der Experimentalphysik. Ihm liegt vor allem daran, die Physik als das zu zeigen, was sie ist, nämlich unglaublich spannend. Peter Kind (38 baute das Foucaultsche Pendel im Jahr 2000 zur Verabschiedung des „Vaters der Wuppertaler Physik“, Professor Dr. Jürgen Drees. Seither wird es im Haupteingang der Uni immer wieder bestaunt. Kind ist gebürtiger Wuppertaler, studierte an der Bergischen Uni Physik und ist seit 1993 Mitarbeiter im Labor für Detektorenentwicklung des Fachbereichs Physik, zuständig für die Elektronik und das physikalische Praktikum. (Klosterkirche, Remscheid-Lennep, 19.30 Uhr, Stadtsparkasse Solingen, Hauptstelle, 19 Uhr.)
 

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