WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 18 - Juni/Juli 2002

Namen sind Nachrichten

- Professor Dr. Klaus Held
- Daniela Höhmann, Nina Neusitzer, Professor Hans Günter Schmitz
- Dr. Peter Littelmann
- Dr. Peter Mättig
 

Professor Dr. KLAUS HELD, emeritierter Philosoph der Bergischen Universität – er gilt als „Vater der Wuppertaler Philosophie” –, ist vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Es wurde ihm von Wuppertals Oberbürgermeister Dr. HANS KREMENDAHL überreicht. Prof. Dr. Held habe sich auf wissenschaftlichem Gebiet durch sein ehrenamtliches und berufliches Engagement große Verdienste um das Allgemeinwohl erworben, hieß es in der Laudatio.

Prof. Dr. Held kam bereits 1974 an die Bergische Universität. Er gehörte dem Gründungssenat an und war von 1987 bis 1991 Prorektor für Studium und Lehre. Darüber hinaus wirkte Professor Dr. Held als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), als Mitgutachter für die Richtlinien des gymnasialen Philosophieunterrichts und für die Philosophieanforderungen im Ersten Staatsexamen. In der Gründungsphase des Graduiertenkollegs „Phänomenologie und Hermeneutik” an den Universitäten Bochum und Wuppertal war er Initiator, Organisator und Sprecher.

Oberbürgermeister Dr. Kremendahl sagte, in den mehr als 25 Jahren habe Prof Dr. Held einen in Fachkreisen international anerkannten Ruf erlangt. Mittelpunkt der Forschungs- und Lehrtätigkeit von Prof. Dr. Held war das von ihm 1979 gegründete „Phänomenologische Kolloquium”, das Texte von Husserl und Heidegger systematisch analysiert. Dieses Kolloquium sei zu einem internationalen Treffpunkt jüngerer Forscherinnen und Forscher geworden. Dr. Kremendahl: „Als Kenner und Interpret des Heidegger’schen Denkens werden seine Beteiligung an der Heidegger Gesamtausgabe und seine zahlreichen Vorträge und Aufsätze über Europa hinaus geschätzt.” Das gelte ebenso für seine wissenschaftliche Auslegung und Erforschung der Phänomenologie Edmund Husserls. Von 1987 bis 1994 war Prof. Dr. Held  Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Forschung. Als ausgewiesener Geschichtskenner, vor allem der Antike, verfasste er neben vielen andern Werken 1990 den ersten Philosophischen Reiseführer der Welt: „Treffpunkt Platon”.

Neben seiner Arbeit als Autor geschichts-philosophischer Fachbücher ist Prof. Dr. Held auch Herausgeber zahlreicher anderer Bücher, von Schriftsätzen und Zeitschriften. Sein über die Grenzen Europas bekanntes wissenschaftliches Wirken habe enorm zum Ansehen der Bergischen Universität beigetragen, sagte Oberbürgermeister Dr. Kremendahl bei der Ordensverleihung.




Red Dot Award für zwei Wuppertaler Studentinnen: DANIELA HÖHMANN und NINA NEUSITZER, Studentinnen im Lehrgebiet Kommunikationsdesign bei Professor HANS GÜNTER SCHMITZ sind beim internationalen Wettbewerb des Designzentrums NRW mit dem begehrten „red dot award” ausgezeichnet worden.

Daniela Höhmann (Bild rechts) entwickelte im Rahmen eines Wettbewerbes eine Kampagne für das Unternehmen Vorwerk & Co., Nina Neusitzer (Bild links) erhielt die Auszeichnung für einen Kurzfilm über ein Gedicht von Rainer Maria Rilke. Dafür wurde ihr zusätzlich die Auszeichnung „Best of Best” im Bereich Film/Animation verliehen.

Der „red dot award” des Design Zentrums Nordrhein Westfalen zählt mit über 4 000 Anmeldungen aus mehr als 26 Ländern zu den größten Designwettbewerben der Welt und gilt als internationales Gütesiegel für Designleistungen. Mit diesen Auszeichnungen setzt sich die Erfolgsliste der Studierenden des Lehrgebietes Kommunikationsdesign bei Prof. Schmitz fort: Im vergangenen Jahr hatte TANJA HOFFMANN den „New Talent Competiton, Milia 2001” in Cannes als einzige Deutsche in der internationalen Siegerliste des wichtigsten Wettbewerbs für interaktive Medien gewonnen. Auch der „Award des Art-Directors-Club von Deutschland”, Sprungbrett für talentierte Kommunikationsdesigner, wurde schon mehrfach an Studierende von Prof. Schmitz verliehen.



Bergische Universität und NRW-Wissenschaftsministerium haben erfolgreich einen Ruf der Universität Zürich an den Wuppertaler Mathematiker Professor Dr. PETER LITTELMANN abwehren können: Prof. Dr. Littelmann hat sich entschieden, in Wuppertal zu bleiben. Er bekleidet hier eine Professur am Fachbereich Mathematik, die in der Historie von weit über Wuppertal hinaus bekannten Mathematikern besetzt war, darunter Professor Dr. Gerd Faltings und Professor Dr. Michael Rappoport.

Dekan Professor Dr. Wolfgang Spiegel: „Der Entschluss von Herrn Littelmann, nicht auf das sicher verlockende Angebot der Schweiz einzugehen, ist ein großer Erfolg für die Bergische Universität und das Land Nordrhein–Westfalen. Der Fachbereich Mathematik ist über diese Entscheidung sehr froh. Herr Littelmann hat sich in der kurzen Zeit seiner Zugehörigkeit (seit dem Sommersemester 2000) zum Fachbereich Mathematik für die Belange des Fachbereichs sehr engagiert eingesetzt.”

Prof. Dr. Littelmann (44), gebürtiger Wilhelmshavener, studierte an der Universität Hamburg, war im Rahmen eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austausch-Dienstes (DAAD) an der Brandeis University (USA), Stipendiat in Rom, war wissenschaftlicher Assistent in Grenoble und Basel, wo er 1988 promovierte  und wo er sich später auch habilitierte.

Prof. Dr. Littmann ist derzeit Prodekan des Fachbereichs Mathematik der Bergischen Universität. Auch bei den Studierenden trifft er auf sehr positive Resonanz.


Der Physiker Dr. PETER MÄTTIG ist auf eine Professur für Experimentalphysik an die Bergische Universität berufen worden. Er ist Nachfolger von em. Professor Dr. JÜRGEN DREES („Vater der Wuppertaler Physik”). Prof. Dr. Mättig (52) war zuletzt am Weizmann Institute of Science in Israel sowie am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf tätig. Der gebürtige Hannoveraner machte in Düsseldorf Abitur und studierte dann Physik an der Universität Bonn, wo er 1979 promovierte.
 
Dr. Mättig war u.a. als wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen und am Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) in Hamburg, Heisenberg-Stipendiat an der Universität Bonn und in leitender Funktion am CERN in Genf tätig, bevor er sich 1989 an der Universität Hamburg habilitierte. Schwerpunkt seiner Forschungsaktivitäten ist die Struktur der Materie, also die Frage, was in einem Tausendstel eines Atomkerns passiert. Prof. Dr. Mättig: „Die Kenntnis dieser kleinsten Strukturen lässt uns verstehen, wie sich das Universum entwickelt hat.” Die Experimente, an denen der Wissenschaftler federführend beteiligt ist, werden auf internationaler Ebene durchgeführt und gehören zur Spitze heutiger Grundlagenforschung. Ohne High-Tech-Anwendungen, wie Nanotechnologie und modernste IT-Entwicklungen, sind die Forschungen nicht mehr möglich – insbesondere die riesigen Datenmengen von etwa 10 000 000 Gigabits pro Jahr (in zehn Sekunden wird der Speicherplatz eines gewöhnlichen PC vollgeschrieben!) erfordern neue Konzepte, an deren Entwicklung Prof. Dr. Mättig von Wuppertal aus mitwirkt. Die Arbeit der Wuppertaler Gruppe wird vom Wissenschaftsministerium mit mehreren Millionen Euro gefördert.

 

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