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WUPPERTALER UNIMAGAZIN
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Nr. 30 - Januar/Februar 2005 |
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Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben im Süd-Iran, bei dem über 40.000 Menschen starben und fast 100.000 Iraner obdachlos wurden, hält sich eine Projektgruppe der Universität Wuppertal zur Unterzeichnung eines interkulturellen Entwicklungshilfe-Abkommens im Iran auf. Die Delegation um den Wuppertaler Bauingenieur Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels hat am Wochenende (7. Februar) an der Universität Isfahan einen Vertrag unterzeichnet, in dessen Folge jährlich 65 Studenten zu Bauingenieuren ausgebildet werden. Das letzte Studienjahr verbringen die Iraner in Wuppertal, um mit deutschen Studenten an gemeinsamen Projekten zu arbeiten und den Studienabschluss zu absolvieren. Die so ausgebildeten Bauingenieure sollen die von Prof. Dr.-Ing. Pegels und der deutsch-iranischen "Mondialogo"-Projektgruppe entwickelten Fachwerkhauskonstruktionen selbstständig umsetzen. Mit Mondialogo wollen DaimlerChrysler und die UNESCO den interkulturellen Dialog fördern. Als Konsequenz der katastrophalen Folgen des Erdbebens im Dezember 2003 hatte Prof. Pegels den Kontakt mit Kollegen und Studenten der iranischen Universität Isfahan aufgenommen und gründete eine Mondialogo-Projektgruppe "erschwinglicher, erdbebensicherer Wohnungsbau in Entwicklungsländern". Aufgrund vorhandener Studien entwickelte die deutsch-iranische Gruppe schnell eine Bautechnik, die Bewohner in Entwicklungsländern im Falle eines Erdbebens vor einstürzenden Häusern bewahrt. Um die Häuser der ländlichen Umgebung und den Voraussetzungen eines kostengünstigen und zugleich sicheren Fundaments anzupassen, entschieden sich die Studenten für die Konstruktion deutscher Fachwerkhäuser.
Das Fachwerkhaus hat ein robustes Holzfundament.
Weil dieser Rohstoff im Iran nur schwer erhältlich ist, ersetzt das
Projektteam das Holzfundament durch Stahl. Nahe der Isfahan University of
Technology befindet sich eine geeignete Mine. Mit dem Bau erdbebensicherer
Häuser versucht das Projektteam auch das Phänomen der Verstädterung zu
beeinflussen: Die Entstehung von Slums in den Vororten von Teheran kann
durch den Bau zweistöckiger Einfamilienhäusern vermindert werden. Nach der Vertragsunterzeichnung in Isfahan zwischen dem Präsidenten der Isfahan University of Technology, Prof. Dr. Abassi, und Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels (er hatte die von Rektor Prof. Dr. Volker Ronge unterzeichneten Vertragsstücke im Reisegepäck) aus Wuppertal studieren ab sofort in Isfahan 15 Studentinnen und 30 Studenten die Studienrichtung Bauingenieurwesen mit integriertem Deutschkurs. Nach drei Jahren in ihrer Heimat schließen sie das letzte Studienjahr in Wuppertal mit Projektseminaren im Bauingenieurwesen und der Bachelor-Thesis ab.
www.mondialogo.org
Nähere Informationen zu der
akademische Beziehung
der Bergischen Universität zu iranischen Universitäten finden Sie
hier. |
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