WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 30 - Januar/Februar 2005

Namen sind Nachrichten

- Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Heinz Rölleke
- Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. h.c. Bazon Brock
- Prof. Dr.-Ing. Karl-Hans Laermann wurde 75
- Design-Student Moritz Wenz erfolgreich
- Prof. Jürgen Baurmann Beauftragter für Spitzensportler
- Ehrenbürger Reinhard Grätz wurde 65
- Dr.-Ing. Andreas Schmitt erhielt Literaturpreis
- Prof. Eva Maria Kentner Schoofs, Malerin und Honorarprofessorin wird geehrt
- Prof. Dr.-Ing. Dr. Mihai Nadin erhielt Professur in den USA
- Prof. Dr. Peter C. Müller emeritiert
 

Prof. Dr.h.c. Bazon Brock, emeritierter Hochschullehrer, der im (ehemaligen) Fachbereich Design-Kunst- Musik-Druck das Fachgebiet Ästhetik vertrat, hat vom ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen.

Das war bereits am 16. Mai 2004, jetzt erhielt Prof. Brock in der Bonner Kunsthalle die Ordensinsignien aus den Händen des stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten Dr. Michael Vesper. Jemanden wie Bazon Brock zu ehren, sei für ihn ein großes Vergnügen, sagte Minister Dr. Vesper, weil es kaum eine ähnlich vielschichtige Persönlichkeit in der Kulturszene Nordrhein-Westfalens gebe. Bazon Brock (das Pseudonym "Bazon" bedeutet im Griechischen "Schwätzer" und ist ihm von einem seiner Lehrer verliehen worden) habe sich als unkonventioneller Künstler einen Namen gemacht, der schon früh mit Joseph Beuys und Wolf Vostell zusammengearbeitet hat.

Brock sei ist ein harter Brocken in jeder Hinsicht, so der Minister. Von 1957 bis 1964 studierte er Germanistik, Philosophie und Politik in Zürich, Hamburg und Frankfurt, war da-mals bereits als Dramaturg tätig und verfasste erste Aktionslehrstücke und Publikationen. Als "Künstler ohne Werk" veranstaltete er Happenings wie zum Beispiel die Aktion "Ich inszeniere Ihr Leben".

Große Aufmerksamkeit erzielte Brock seit 1968 mit seinen Besucherschulen auf der Kasseler Documenta. Brock ist davon überzeugt, dass die Entwicklung der Kunst entscheidend von ihrem Publikum bestimmt wird. Theorien der Ästhetik stehen im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit, die er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und ab 1980 an der Bergischen Universität vermittelt hat.

Aber Bazon Brock sei nicht nur Professor, meinte Laudator Dr. Vesper, sondern auch in anderen Professionen tätig, verstehe sich als "hauptamtlicher Beweger", propagiere seine Theorie und Praxis als Kulturkritiker und multimedial arbeitender Generalist. So habe Bazon Brock in den vergangenen Jahrzehnten die Kulturszene international analysiert, begleitet und provoziert. Seine Fähigkeit zu prognostizieren und zu provozieren habe er sich bis heute bewahrt.

"Was ist der Zeitgeist?" ist Thema einer Gesprächsreihe "Bildersteit - Kunst im Gespräch", die in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle stattfindet und von 3sat ausgestrahlt wird. Auch dort beweist sich Brock als kreativer Querdenker, Kulturtheoretiker, Ästhetiker und Diagnostiker des Zeitgeistes. Minister Dr. Vesper: "Bazon Brock ist ein der führenden Ästhetiker, Kulturtheoretiker und Diagnostiker des Zeitgeistes, der bereits in den 70er Jahren den Zerfall künstlerischen Anspruchs zugunsten leichter Konsumierbarkeit vorausgesehen hat, ein ständig Suchender und immer leidend, weil es so viele Missverständnisse gibt, die auch er mit seinen Worten nicht auflösen kann."

Acht Jahre lang war Prof. Brock an der Bergischen Universität Dekan seines Fachbereichs Design-Kunst-Musik-Druck.

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Moritz Wenz, Design-Student, war mit seinem Entwurf eines Korkenziehers erfolgreich: Er und Kommilitonen hatten Design- Objekte zu entwickeln, die als "Erinnerungsstücke" verkauft werden. Wenz überzeugte mit seinem Korkenzieher zum Zusammenbauen. Das Zusammenbauen war auch symbolisch zu sehen für den Gemeinschaftsprozess der Regionale 2006: Für die Bestandteile des Korkenziehers wurden Bergische Unternehmen gefunden, unter Federführung der Solinger Besteckfabrik Curt Mertens wurde das Designer-Objekt von Moritz Wenz entwickelt und so ein Beispiel für unternehmerische Kooperation gegeben: Die Edelstahlteile sind von Mertens, die Holzgriff von Holz Friedrich Groß, Wermelskirchen, der Inbusschlüssel von Roin Industriebedarf, Remscheid, Kleinteile von A & M Schrauben, Wuppertal, die Verpackung von Hans Braches, Solingen, und die Banderole vom Druckhaus Berger, ebenfalls Solingen. Die Hälfte des Verkaufserlöses fließt in die Gestaltung der Korkenziehertrasse, einem Park durch Solingen.

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Prof. Eva Maria Kentner Schoofs, Malerin und Honorarprofessorin der Bergischen Universität, wird vom Von-der-Heydt-Museum mit einer in der Kunsthalle Barmen zu sehenden Retrospektive geehrt und würdigt so das reiche Schaffen der in Wuppertal und der Dordogne (Südfrankreich) lebenden Künstlerin, die bis 1995 im damaligen Fachbereich Design-Kunst-Druck freie Malerei. Die Ausstellung in der Kunsthalle Barmen (im Haus der Jugend) präsentiert in fünf Räumen Werke aus vier Jahrzehnten, von Landschaftsbildern aus den 60er Jahren über naturalistische naturalistische Stillleben in den 70er und 80er Jahren zurück zu ihren Landschaftsbildern der 90, "kosmischen Bildern" einer Zusammenführung von Himmel und Erde (geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Katalog mit 44 Seiten 9 Euro, bis 27. März).

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