WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 33 - Sommersemester 2006



Von der Aufgabe zur Ausgabe

Die Erfolgsstory der Designer Stefan Klein und Olaf Neumann, Absolventen des Jahrgangs 1998:
Auch sie gehören zur Riege der Briefmarkengestalter aus der berühmten Wuppertaler Schule

In ihrem Iserlohner Atelier: Olaf Neumann und Stefan Klein.

Dies ist keine bloße Geschichte über den beruflichen Werdegang zweier Absolventen der Bergischen Universität, es ist die Erfolgsstory zweier Designer aus der Wuppertaler Design-Schule, die nicht zuletzt deshalb eine Vorzeige-Geschichte ist, weil beide zur Riege der geradezu legendär erfolgreichen Briefmarkengestalter aus der Wuppertaler Schule zählen: Stefan Klein und Olaf Neumann, Sitz Iserlohn. Von 99 bis 998 studierten sie Kommunikationsdesign in Wuppertal.

Iserlohn, Stadtmitte, Schleddenhofer Weg 14, Hinterhof einer ehemaligen Fabrik, ein signalrotes Schild: "Klein und Neumann – KommunikationsDesign". Wo früher dröhnende Schmiedehämmer Nägel formten, wird heute an Kommunikationsideen gefeilt. Spannend ist die Vielfalt der Aufgaben: Vom Logo für eine Abtei über die Gestaltung von Müllfahrzeugen bis hin zur Bewerbung Iserlohns als Mannschaftsort für die Fußball- WM reicht die Palette.

Gleich nach dem Abi begann der Gevelsberger Klein in einer Düsseldorfer Werbeagentur: "Die professionelle Arbeit hat mich beeindruckt, aber ich wollte eigene Projekte entwickeln, deshalb das Studium in Wuppertal, denn die dortige Design-Ausbildung hat einen hervorragenden Ruf!" Partner Olaf Neumann ist Iserlohner. Schon als Schüler war er begeisterter Hobbyfotograf, nach dem Abitur machte er die Neigung zum Beruf. Anschließend studierte auch er Kommunikationsdesign in Wuppertal.

Noch während des Studiums machten sie sich 1995 selbständig. Ihre Diplomarbeit, betreut von Prof. Klaus Winterhager und Prof. Dr. Gerda Breuer: Ein neues Erscheinungsbild für die Abtei Königsmünster in Meschede; vom Briefpapier bis zum Internet- Auftritt musste alles neu gestaltet werden. Das Ergebnis bekam einen Studienpreis.

Drei der Gewinnermarken: "Flugboot Do X", "Erneuerbare Energien im Aufwind" und "40 Jahre Diplomatische Beziehungen mit Israel".

Seit 2002 nehmen Klein und Neumann an den Ausschreibungen zur Gestaltung von Sondermarken des Bundesfinanzministeriums teil. Klein: "Die Vielfalt der Themen ist kaum zu überbieten." Neumann: "Die Briefmarke ist ein Medium mit weltweiter Verbreitung und gigantischen Druckauflagen, oft Visitenkarte eines Landes, Dokument seiner Kultur und Sammel- und Wertobjekt." Stefan Klein beschreibt den Reiz der Markengestaltung so: "Die Wahl der Gestaltungselemente ist uns frei gestellt. Schriftart, Schriftfarbe, Schriftposition, die Art der Abbildung, also Grafik, Malerei oder Fotografie, und deren Kombinationen bieten zahllose Möglichkeiten. Voraussetzung sind klare Bildsprache und gute Lesbarkeit der Textelemente, vor allem der Wertziffer."

Zusammengefügt werden alle Bausteine am Computer (Macintosh). Seit der ersten Wettbewerbsteilnahme von Klein und Neumann 2002 reichten sie Entwürfe ein z.B. zum 200. Geburtstag von Justus von Liebig, zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 und zum 150. Geburtstag von Paul Ehrlich. 2004 wurde für Klein und Neumann dann ein Erfolgsjahr:
Sie gewannen drei Wettbewerbe hintereinander, mit der Sondermarke "Erneuerbare Energien im Aufwind", mit der Sondermarke "150 Jahre elektrische Glühlampe Heinrich Göbel“, dann mit der Sondermarke "Flugboot DO X". Bei der Präsentation in München trafen sie Camillo Dornier, Urenkel des genialen Konstrukteurs Claude Dornier.

Eingeladen, Markenentwürfe einzureichen, waren Stefan Klein und Olaf Neumann zuletzt u.a. zur Einweihung der Dresdner Frauenkirche, zu 100 Jahre Friedensnobelpreis Bertha von Suttner, zum Anlass "Für den Sport 2006 – Die Welt zu Gast bei Freunden", zu Papst Johannes Paul II., zum Thema EUROPA- Integration, zu 150 Jahre Entdeckung des Neandertalers und 50 Jahre Nobelpreis Werner Forßmann. Auch zur Gestaltung der Sondermarke aus Anlass des Todes von Johannes Rau waren sie eingeladen – der Zuschlag fiel bekanntlich an den Wuppertaler Prof. Gerd Aretz.

Zwei Beispiele aus der Dauerserie "Blumen", in
der inzwischen 17 Werte erschienen sind.

Sieben Mal für insgesamt 30 (!) Marken erhielten Stefan Klein und Olaf Neumann bereits die schöne Nachricht, gewonnen zu haben: "Für die Jugend 2005 – Großsegler" (5 Marken 2005), 40 Jahre Diplomatische Beziehungen mit Israel 2005 (Gemeinschaftsausgabe mit Israel), für die Wohlfahrtsmarken "Eisenbahnen in Deutschland" (4 Marken 2006), für die Dauerserie "Blumen" (17 Marken seit Januar 2005); hier stammt neben dem Layout der Marken sämtliches Fotomaterial von Klein und Neumann.

Besonders gefreut haben sich die beiden Designer auch über die Leservoten der Zeitschriften Briefmarkenspiegel (1. Platz "Für die Jugend – Großsegler", 3. Platz Dauerserie "Blumen") und der Deutschen Briefmarkenzeitung (1. Platz "Für die Jugend – Großsegler"). Bei der Wahl der schönsten Briefmarke 2005 erzielten sie mit ihrer Dauerserie "Blumen" den 8. Platz. Stefan Neumann: "Am Ausgabetag die ersten druckfrischen Postwertzeichen in den Händen zu halten, oder gar einen Brief zu bekommen, der damit frankiert wurde, das ist ein toller Moment!"

MICHAEL KROEMER

Kontakt:
Klein und Neumann KommunikationsDesign
Telefon 0 23 71-77 82 80, Fax -77 82 70
E-Mail info@kundn.de

 

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