WUPPERTALER UNIMAGAZIN      

Nr. 33 - Sommersemester 2006



Partnerhochschule des Sports

Jetzt vertraglich geregelt: Künftig gezieltere Betreuung für Spitzenathleten/
Ihr Studium soll sich besser mit Wettkampf- und Trainingsanforderungen vereinbaren lassen

Partnerhochschule des Spitzensports (v.l.n.r.): Fritz Berger Marchand, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal, Paul Wagner, Geschäftsführer der Olympiastützpunkte Deutschland GmbH, Rektor Prof. Dr. Volker Ronge, Roland Joachim, Repräsentant des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), dahinter stehend die studierenden Sportler Janine Beermann (Hockey), Lars Birger Hense (Leichtathletik), Nadine Kunz (Wasserball) und der ehemalige Spitzenschwimmer Mathias Pfeiffer, jetzt Mentor seiner Kommilitonen.

"Wir wollen den Spitzensportlern unserer Universität helfen, herausragende Leistungen im Sport mit ihrem Studium zu verbinden!" Das erklärte Rektor Prof. Dr. Volker Ronge anlässlich der Vertragsunterzeichnung "Partnerhochschule des Spitzensports" am 9. Februar 2006. Gemeinsam mit Verantwortlichen des Olympiastützpunktes Rhein/Ruhr soll die Zusammenarbeit in der Betreuung intensiviert werden.

Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) hatte die Initiative "Partnerhochschulen des Spitzensports" gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dem Deutschen Sportbund (DSB) und dem Deutschen Studentenwerk (DWS) durch einen Rahmenvertrag gestartet. Über 60 Hochschulen haben sich bislang angeschlossen, um studierenden Spitzenathleten Hilfestellungen zu leisten, ihr Studium mit den aufwendigen Wettkampf- und Trainingsanforderungen zu vereinbaren.

Michael Fahlenbock, Leiter des Wuppertaler Hochschulsports und wichtigster Kontaktmann für Athleten an der Bergischen Uni: "Spitzensportler sind an der Bergischen Universität sehr willkommen!" Die Landeskonferenz NRW für den Hochschulsport, deren Sprecher Fahlenbock ist, hatte die Initiative gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium, dem Innenministerium, der Landesrektorenkonferenz, dem Landessportbund und den Olympiastützpunkten aufgegriffen. Fahlenbock: "Angesichts anstehender Studiengebühren sind alle Seiten gefragt, verlässliche Strukturen für Spitzensportler aufzubauen."

Für Vermittlung in Problemsituationen war im vergangenen Jahr der Germanist Prof. Dr. Jürgen Baurmann, ehemaliger Langstreckenläufer, vom Rektorat als Beauftragter für Spitzensportler benannt worden. Mentor aus dem Kreis der Studierenden ist der ehemalige Spitzenschwimmer Mathias Pfeiffer.

Prof. Dr. Jürgen Baurmann, Beauftragter für Spitzensportler an der Bergischen Uni.

So sieht konkrete Unterstützung von Spitzensportlern aus:
- Flexibilisierung der Studienplanung;
- Einführung von Urlaubssemestern für wichtige Meisterschaften;
- Flexibilisierung von Anwesenheitszeiten, vor allem die Möglichkeit, Fehlzeiten nachzuarbeiten;
- individuell abgestimmte Abgabe- und Prüfungstermine;
- individuelle Planung von Praktika und Exkursionsteilnahmen;
- die entgeltfreie Nutzung der Hochschulsportanlagen und -einrichtungen.

Die der Vereinbarung beitretenden Athleten verpflichten sich zu sorgfältiger Planung des Studiums. Überschneidungen von Lehrveranstaltungszeiten mit Trainings- und Wettkampfereignisse müssen vor Semesterbeginn im Einvernehmen gelöst werden. Bei der verlangten langfristigen Planung sind auch die Fachverbände und Olympiastützpunkte gefragt. Sie helfen den Studierenden, die "duale Karriere" mit Erfolg zu Ende zu bringen.

Und hier Beispiele aktiver Spitzensportler, die an der Bergischen Uni studieren und von denen drei – Janine Beermann, Nadine Kunz und Markus vom Scheidt – auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking hinarbeiten:

- Dirk Grübler, Volleyballspieler und mit dem SV Bayer in der 1. Bundesliga, studiert Sport und Geschichte fürs Lehramt im 7. Semester.

- Sein Mannschaftskamerad Gergely Chowanski studiert Sport und Pädagogik fürs Lehramt. Beide nahmen an der Universiade in Korea teil.

- Jan-Christoph Gasse schwimmt seit seinem 9. Lebensjahr, hat schon 14 Deutsche Altersklassenrekorde, elf Deutsche Jahrgangsmeistertitel und einen dritten Platz bei den Jugendeuropameisterschaften geholt und studiert jetzt Physik im 1. Semester.

- Rein zufällig hat sich auch der Schwimmer Markus vom Scheidt – 36 Medaillen bei deutschen Meisterschaften, zwei europäische Junioren-Vizemeistertitel – für Physik entschieden.

- Kathrin Rohrmüller spielt seit 16 Jahren Squash, ist seit sechs Jahren Nationalspielerin und war vor zwei Jahren Deutsche Vizemeisterin; sie studiert Wirtschaftswissenschaft.

- Der Leichtathlet Lars Birger Hense, letztes Jahr Vizemeister über 110m Hürden und seit kurzem deutscher Hochschulmeister über 60m Hürden, studiert Wirtschaftswissenschaft und Sport. (mehr)

- Die Wasserballerin Nadine Kunz gehört dem A-Kader der Wasserball-Nationalmannschaft an und war mit dem SV Blau Weiß Bochum im letzten Jahr auf Platz 8 bei der Weltmeisterschaft in Kanada. Sie studiert Pädagogik und Sport.

- Janine Beermann ist Hockey-Nationalspielerin und war 2005 Hallen-Europameisterin und Vize-Europameisterin auf dem Feld; sie studiert Sport und Sozialwissenschaften fürs Lehramt.

Fotos und weitere Informationen zu den Sportlern finden Sie hier.
 

Akad. Oberrat Michael Fahlenbock, Leiter des Wuppertaler Hochschulsports.
 

Kontakt:
Michael Fahlenbock, Akad. Oberrat, Leiter Hochschulsport
Telefon 0202/439-2008, Fax -3366, mobil 0170 / 4879256
E-Mail fahbo@uni-wuppertal.de

 

 

 

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